Berichte 2016

St. Hedwig-Stiftung neu geordnet

Brckenschlag zwischen Polen und Deutschland

 

Am 13.12.1981 wurde in Polen das Kriegsrecht verhngt. Im Januar 1982 wurde mit einer Hungerwoche in der Propsteikirche (beteiligt waren 15 Polen und eine Deutsche) und einer Unterschriftenaktion die Wiederherstellung der Menschenrechte und der Handlungsfreiheit der Gewerkschaft Solidarnosc nachhaltig gefordert. Die politische Situation intensivierte die Solidaritt der Hilfe. Propst Paul Montag lie es sich nicht nehmen, selber einen LKW nach Breslau zu steuern. Die Hilfsbereitschaft in den Dortmunder Partnergemeinden fr Breslau, zu denen auch die Propsteigemeinde gehrte, war riesig. 70 Tonnen Lebensmittel und Medikamente gingen am Palmsonntag 1982 an die 38 Partnergemeinden, zusammen mit einer Osterkerze fr jede Gemeinde – als Zeichen der gemeinsamen Hoffnung.

Nach vielen weiteren Hilfstransporten stand am 24.08.1989 mit der Wahl von Tadeusz Mazowiecki zum ersten nichtkommunistischen Ministerprsidenten und dem Bekenntnis der Bundesregierung zu einer propolnischen Politik der Weiterentwicklung der Gemeindepartnerschaften nichts mehr im Wege. So konnte am 14.06.1991 die Grndung der St. Hedwig-Stiftung im Breslauer Rathaus gefeiert werden. Propst Paul Montag unterzeichnete als Prsident der Stiftung auch die Grndungsurkunde fr die Propstei-Gemeinde, Dortmund.

Ziel der Stiftung war die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Gelder fr die Untersttzung kamen auch durch die Frhjahrs- und die Herbstkollekten der Kirchengemeinden zustande, die jedes Jahr in den Dortmunder Gemeinden durchgefhrt wurden.

Alle drei Jahre fand eine gemeinsame deutsch-polnische Stifterversammlung statt, bei der ein Austausch zwischen Breslau und Dortmund – auch ber die eigene Partnergemeinde hinaus - mglich war.

Der Austausch mit Sprachschlern und Praktikanten, die fr mehrere Wochen hier in Dortmund aufgenommen wurden, hat auch im Jahr 2015 noch stattgefunden.

Nach dem groen Engagement von Propst Montag, der die Stiftung die ersten sechs Jahre geleitet hat, bernahm Propst Coersmeier im Jahr 2003 (in der Nachfolge des Breslauer Bischofs Jozef Pazdur) diese Funktion fr die nchsten 6 Jahre. Seitdem hat der Breslauer Bischof Andrzej Siemieniewski diese Funktion inne.

Im September 2015 hat nun die letzte deutsch-polnische Stifterversammlung in Breslau stattgefunden. Hierbei wurden auch die Weichen fr eine neue Zukunft der St. Hedwigstiftung gestellt, die knftig schwerpunktmig in Breslau angesiedelt und nach Lemberg (Ukraine) ausgerichtet sein wird.

Im Februar 2016 hat sich der Vizeprsident der St. Hedwig Stiftung, Pfarrer Michael Vogt, in einem Schreiben an die Kirchengemeinden, Freundinnen und Freunde der Stiftung herzlich fr die geleistete Arbeit bedankt. Das Schreiben im Original finden Sie hier.