Beichte

Beichte

Martin Manigatterer

Fr das Auto gibt es den TV, fr Industriebetriebe die Zertifizierung, fr elektrische Gerte den E-Check, fr Lebensmittel die Qualittssiegel – und fr das eigene Leben? Die katholische Kirche bietet fr berprfung, Vergebung und Neuorientierung das Sakrament der der Sndenvergebung und Vershnung mit Gott an. 

Fr dieses Sakrament verwendet man verschiedene Begriffe: Beichte, Busakrament, Sakrament der Vershnung. Gemeint ist mit unterschiedlicher Akzentuierung dasselbe:
„Beichte“ akzentuiert das Bekenntnis der Snden,
„Bue“ das Thema der Wiedergutmachung und der bernahme der Verantwortung, „Vershnung“ die berzeugung, dass Gott auch den Snder annimmt
und seine Snden richtet, d. h. in Ordnung bringt und vergibt.

Beichte und Bue klingen zunchst unangenehm, muss sich der Mensch doch seinen eigenen Snden stellen und fr seine Schuld Verantwortung bernehmen. Das Busakrament ist aber gerade das Zeichen dafr, dass Gott sich auch dem schuldig gewordenen Menschen nicht entzieht, sondern seine Vergebung anbietet. Durch diese Vergebung, die der Beichtende durch den Priester von Gott selbst empfngt, wird der Einzelne mit Gott vershnt, aber auch mit seinen Mitmenschen, mit der Kirche und der ganzen Schpfung; d. h. ihm wird zugesagt und erfahrbar gemacht, dass von Gott her seine Snde und Schuld beseitigt sind.

Wer spendet das Busakrament?
Es ist allein einem Priester vorbehalten, im Namen Christi und der Kirche im Busakrament Vergebung zuzusagen.

Wo wird das Sakrament gespendet?
Das Sakrament ist an sich an keinen bestimmten Ort gebunden, wird in der Regel aber in einer Kirche empfangen. In der Propsteikirche sind dafr die Beichtsthle vorgesehen. Ein Schild gibt an, welcher Priester gerade das Sakrament der Vershnung spendet.  

Was ist der Unterschied zwischen Beichte und Bugottesdienst?
Der Bugottesdienst ist eine Wortgottesfeier, in deren Rahmen besondere Hilfen fr die Gewissenserforschung gegeben werden. Er unterstreicht den kirchlichen Charakter der Vershnung. Der Bugottesdienst ergnzt die Einzelbeichte und gewhrt den Mitfeiernden Befreiung von leichten Snden. Schwere Verfehlungen bedrfen aber der Beichte. Nur die Beichte hat sakramentalen Charakter.

Was kann ich beichten?
Anregungen fr eine Gewissenserforschung: Pfarrbriefservice: Bernhard Riedl
Anhalten
: Gott interessiert sich fr dieAntwort. Die Frage ist: Wenn ich tatschlich die Wahl htte: Was wrde ich definitiv anders machen in meinem Leben? 
Lage klren: Wie gehe ich um – mit Gott? Mit meinen Mitmenschen? Mit mir selbst? Mit Gottes Schpfung? 
Abbiegen: Was tut mir zutiefst leid? Wofr muss ich Gott, wofr Mitmenschen noch um Verzeihung bitten? Was will ich wahrhaft anders machen? Was habe ich noch wiedergutzumachen? 

Wie kann ich beichten?

  • Zum Priester gehen (Beichtstuhl), begrt werden, gemeinsam beten: „Im Namen des Vaters ...“ - aussprechen, bekennen, was ich bedacht, als nicht gut erkannt und bereut habe: „Ich mchte bekennen ... - …es tut mir leid und ich bitte Gott um Vergebung“
  • Nach neuen Wegen suchen, nach Abbiegespuren - im Gesprch mit dem Beichtvater: Was will, was werde ich ndern? Womit fange ich konkret an? 
  • Vergebung Gottes erhalten durch den Priester : „…so spreche ich dich los von deinen Snden…“
  • Neu starten: gesegnet werden fr den Neubeginn, Gott danken    

Wann kann ich beichten?
Das Sakrament der Vershnung knnen Sie in der Propsteikirche jeden Freitag von 17.30 bis 18.30 Uhr empfangen
Am Beichtstuhl ist angegeben, welcher Priester das Sakrament spendet.