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AKTUELLES
Liebfrauenkirche wird Grabstätte für Urnen

Neue Nutzung sichert den Erhalt der denkmalgeschützten Kirche

Die katholische Liebfrauenkirche an der Amalienstraße in Dortmund soll bis Ende 2010 zu einem Kolumbarium, einer Grabstätte für Urnen, umgebaut werden. Eine notwendige Sanierung in Millionenhöhe sowie der Rückgang der Kirchenbesucherzahlen zwangen die Gemeinde dazu, neue Nutzungsmöglichkeiten für das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1883 zu überlegen.

„Durch die Einrichtung eines Kolumbariums im Hauptschiff kann die Liebfrauenkirche langfristig erhalten werden“, erklärte Propst Andreas Coersmeier am Donnerstag, 10. April, bei der Vorstellung der Pläne in der Kirche. Darüber hinaus sei ein Kolumbarium ein neues Element in dem traditionellen und wichtigen pastoralen Feld kirchlicher Trauerarbeit.

Geplant ist, im Hauptschiff der neugotischen Backsteinkirche mehrere Stelen aufzustellen in deren Fächern Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden. Dazu wird für diesen Teil des Gebäudes die kirchliche Nutzung beendet (Teilprofanierung). Trauergottesdienste, Gedenkfeiern und zunächst noch eine Vorabendmesse am Samstag, werden in der Alltagskapelle der Kirche gefeiert. „Der sakrale Charakter des Raumes bleibt so erhalten“, erläuterte Propst Coersmeier.

Die rund 1900 Gläubigen der durch den demografischen Wandel immer kleiner gewordenen Liebfrauengemeinde sollen demnächst wieder zur Propsteigemeinde gehören. Dies haben die Gemeindegremien beim Erzbistum Paderborn beantragt. Vor über 100 Jahren war die Gemeinde aufgrund gewachsener Mitliederzahlen aus der Propsteigemeinde ausgegliedert worden. Seit 2001 bilden beide Gemeinden einen Pastoralverbund in der Dortmunder Innenstadt.

Im Zuge der teilweisen Umgestaltung zu einer Urnengrabstätte wird der marode Turm der Kirche saniert. Ein bis zwei Millionen Euro müssen voraussichtlich für die Erhaltung des 74 Meter hohen, bis in die Spitze gemauerten, Kirchturms aufgewendet werden. Für die Gestaltung des Innenraums der Kirche unter der Leitung von Architekt Wolfgang Bergstermann wird es einen Künstlerwettbewerb geben. Geplant ist, in Etappen dort bis zu 4000 Plätze für Urnen einzurichten.  

Im Erzbistum Paderborn wird die Liebfrauenkirche die erste Kirche sein, die für Urnenbeisetzungen umgenutzt wird. Beispiele dafür gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits in Aachen und Marl. Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt besuchte kürzlich mit Mitgliedern der Hauptabteilungsleiterkonferenz des Erzbischöflichen Generalvikariats die Erfurter Allerheiligenkirche in der 2007 ein Kolumbarium eingerichtet wurde.

 

Stichwort: Kolumbarium

Kolumbarien sind Begräbnisstätten, in denen Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden. Die lateinische Bezeichnung columbarium (Taubenschlag) weist darauf hin, dass die in übereinander angebrachten Nischen angelegten Grabkammern optisch Ähnlichkeit mit einem Taubenschlag haben. In Rom und Umgebung sind über 100 alte Grabkammern bekannt.

Mit dem Übergang von der Verbrennung zur Erdbestattung ab dem 3. Jahrhundert sind auch die Kolumbarien verschwunden. Nach Einführung der Feuerbestattung im Jahr 1879 wurden in Deutschland weitere Kolumbarien errichtet. Die Kirche erlaubt seit 1964 Feuerbestattungen.

Heute bezeichnet man als Kolumbarium Gebäude, die der Aufbewahrung von Urnen dienen. Neben der Erfurter Allerheiligenkirche gehört die Aachener Grabeskirche St. Josef zu den ersten in einer Kirche eingerichteten Kolumbarien.

 


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Erzbistum Paderborn
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