Kirchenmusik

Bildungstage Kirchenmusik 2020

Bildungstage Kirchenmusik 2020

"Vers la lumire - Ins Licht" 

Musik von Faur, Tournemire und Vierne

Anlsslich der diesjhrigen Komponistengeburstage 175 Jahre Faur und 150 Jahre Tournemire und Vierne hatte Referatsleiter Prof. Dr. Thissen zu einer Entdeckungsreise in das musikalische Schaffen dieser Komponisten, abseits des vordergrndigen Orgelrepertoires, eingeladen.

55 Interessierte folgten unter diesen Vorzeichen von Donnerstag 2. Januar bis Samstag 5. Januar im INVIA-Hotel Paderborn seiner Einladung und sahen sich einer Mischung aus Vortrgen, Chorproben und einem hochkartigen Konzert in der Kaiserpfalz gegenber. 

Die Dekanatskirchenmusiker Tobias Leschke und Dr. Christian Vorbeck spannten die Bgen Ihrer Erluterungen um die Trias der Komponisten verortet im Pariser Musikleben um 1900 und um ganz Frankreich herum hinsichtlich der Entwicklung des Orgelbaus nebst der hieraus resultierenden Wechselwirkungen mit dem Oeuvre Viernes. Prof. Thissens Augenmerk galt im Besonderen dem in Deutschland weitgehend zu Unrecht ignorierten Kammermusikschaffen und der Gattung Symphonie. Anhand von Klangbeispielen, Quellenzitaten und biographischen Aspekten traten die Knstlerpersnlichkeiten aus den stoischen Lettern ihres Namens plastisch hervor.  

Dekanatskirchenmusiker Simon Daubhuer hielt die Chorproben und konnte mit den, auf alle Stimmgruppen gleichmig verteilten, leistungsfhigen Stimmen in kurzer Zeit Stcke verschiedener Besetzungen und Schwierigkeitsgrade erarbeiten. Darunter waren gleichstimmigen Werke Faurs zu 2-3 Stimmen (Messe basse, Ave verum, Ave Maria, Vielle chanson) sowie vierstimmige Stze Viernes (Tantum ergo und das Kyrie seiner Messe solennelle). Dank der unkomplizierten Kontakte von Dekanatskirchenmusiker Sebastian Freitags zu Dom und Orgel war spontan eine auswrtige Probe im Hochchor mit der kathedralesken Orgelanlage unter seinen Hnden mglich. 

Den knstlerischen Hhepunkt markierte das Konzert in der gut besuchten Kaiserpfalz am Freitag Abend: je zwei mehrteilige Liedblcke und zwei Violinsonaten von Faur und Vierne kamen zu Gehr. Die junge schottisch stmmige Sopranistin Carine Tinney begleitet von Markus Gotthardt verlieh den tnenden Gedichten eine ausdrucksfreudige, vielschichtige und erzhlerisch dichte Gestalt. Mit fulminanter technischer Beherrschung des Instruments und tiefer musikantischer Spannkraft spielte die Detmolder Violinprofessorin Marie-Elisabeth Lott virtuos begleitet von Christian Khn die beiden Violinsonaten. Bilder von trstenden Basiliskentrnen, gleienden Geysieren und mhelos flieenden Kaskaden konnten sich einstellen. 

Nachdem sowohl das Orgel-, Chor- und Liedschaffen der Komponistentrias Faur, Tournemire und Vierne durchaus bereits aus der Praxis des Musizierens und Hrens Vielen bekannt war, schlugen diese Tage eine Bresche fr das kammermusikalische Schaffen von Faur und Vierne und die symphonische Gromeisterschaft Tournemires - deren rechtschaffene Wertschtzung einst von Olivier Messiaen prophezeit worden war. Tournemires 6. Symphonie wurde dann zum spirituellen Brenn- und Schlusspunkt der diesjhrigen Tagung.

 

Bericht: Simon Daubhuer, Dekanatskirchenmusiker