Berichte 2015

Propsteigemeinde leuchtet in der Museumsnacht

Monstranz um 1895, neubarock, Propstei-Kirche Lux fulgebit hodie super nos - Ein Licht strahlt heute über uns auf

Pünktlich um 15.53 eröffneten die Glocken der Stadtkirchen St. Reinoldi, St. Marien, St. Paulus, St. Petri und eben auch der Propsteikirche St. Johannes Baptist die 15. Dortmunder Museumsnacht. Die Friedhofsgärtner hatten mit zahlreichen Blumen den ehemaligen Klostergarten in ein anderes Licht getaucht. Die "Schatzkammer" widmete sich in diesem Jahr auch besonders dem Thema Licht: Strahlenmonstranzen, liturgische Geräte und Kerzen wurden gezeigt. Ein besonderer Schatz ist das Graduale aus dem Jahr 1360. Aufgeschlagen war hier die Seite mit dem Eröffnungsvers am Weihnachtstag: Lux fulgebit hodie super nos - Ein Licht strahlt heute über uns auf. Im Propsteisaal waren Kinder eingeladen, dieses Licht zum leuchten zu bringen und eine eigene Kerze zu gestalten. Für die Großen gab es Waffeln und Kaffee.

Lumen Christi - Christus, das Licht

Auch die Messe des Katholischen Forum nahm in ihrer Feier das Thema der Museumsnacht auf. "Ihr seid das Licht der Welt." Gemeindereferent Hubertus Wand erinnerte an den christlichen Auftrag, selbst Licht in dieser Welt zu sein. "Jedem Menschen ist dieser göttliche Funke eingepflanzt. Gott hat ihn in uns hineingelegt. Von Anfang an. Wenn ich geboren werden, heißt es: Ich habe das Licht der Welt erblickt. Wer dieses Licht erkannt hat, der kann es nicht für sich behalten, sondern muss es weitergeben, teilen."

Per aspera ad astra - Durch den Staub ins Licht

Am Abend lockten unterschiedliche Konzerte in die bunt ausgeleuchtete Kirche. Per aspera ad astra - Durch den Staub ins Licht: So führt in der Klassik eine Klangverbindung von dunkel klingenden Passagen zu gleißendem Dur [es gibt vier Varianten dieser Akkordsorte, die wiederum in vier unterchiedliche harmonische Richtungen modulieren können]. Den Anfang machte Simon Daubhäußer an der Orgel mit Werken, unbekannt und klassisch, welche dieses Spannungsfeld ausloteten. Danach begeisterte die Zuhörer ein chorischer Beitrag des Projektchors "Wiener Klassik" mit Vier Credo-Vertonungen von Haydn und Mozart sowie einer kompletten Messe. Den Abschluss bildete traditionell das Harfenkonzert bei vollbesetzter Kirche: zum zweiten Mal entführte Liv Hansen die Besucher in die filigrane Welt des Saitenspiels; nach ihrem Stipendiat bei der Dortmunder Mozartgesellschaft studiert sie mittlerweile Harfe an der Düsseldorfer Musikhochschule.

Dortmund leuchtet. Wir leuchten mit.